Künstler im Wettstreit

Die Stichwörter ›Wettkampf‹, ›Wettstreit‹ und ›Wettbewerb‹ werden heute vor allem mit Wirtschaft, Sport, Evolutionstheorie, Architektur oder diversen TV-Contests assoziiert. In der Frühen Neuzeit jedoch war das Prinzip des Wettstreits für die Arbeit von Künstler*innen maßgeblich. Nun widmet das Kunsthistorische Museum diesem wichtigen Thema eine große Schau. Zwar hat es gelegentlich Ausstellungen zum Wettstreit der Künste (italienisch: paragone) gegeben, doch noch nie zu den Konkurrenzkämpfen, die Künstler*innen damals untereinander, aber auch mit lange verstorbenen Berühmtheiten ausgetragen haben. Aus diesen sind einige der bis heute bekanntesten Werke der Renaissance und des Barocks hervorgegangen.

Die Ausstellung wird mit herausragenden Werken des Kunsthistorischen Museums und einer Auswahl von rund 70 weiteren Hauptwerken aus internationalen Sammlungen (etwa von Leonardo da Vinci, Michelangelo, Albrecht Dürer, Tizian, Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana, Benvenuto Cellini, Peter Paul Rubens und anderen) einen differenzierten Blick auf dieses gleichermaßen komplexe wie faszinierende Thema werfen. Teil des Ausstellungskonzepts ist es, zahlreiche künstlerische Konfrontationen von der Antike bis in die Zeit um 1800 nachzuzeichnen und die rivalisierenden Werke heute wieder einander gegenüberzustellen. Viele der ausgewählten Gemälde und Skulpturen werden erstmals in Österreich zu sehen sein – darunter zahlreiche Werke, die im Sinne des Künstlerwettstreits von Anfang an dazu gedacht waren, miteinander verglichen zu werden.

 © Foto: KHM